Motorola Moto G7 und G7 Plus im Test: Welchen Unterschied machen 50 Euro?

Her damit !35
Wer ist wer? Das Moto G7 und G7 Plus sind kaum voneinander zu unterscheiden.
Wer ist wer? Das Moto G7 und G7 Plus sind kaum voneinander zu unterscheiden.(© 2019 CURVED)

Das Motorola Moto G7 Plus kostet 50 Euro mehr als das Moto G7. Für diesen Aufpreis bekommt ihr eine Kamera mit höherer Auflösung und ein schnelleres Ladegerät. Ob sich der Aufpreis von 50 Euro dafür lohnt, erfahrt ihr in unserem Test der Mittelklasse-Smartphones.

Ein weiterer, aber weniger wichtiger Unterschied ist der verbaute Chipsatz, dem jeweils vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der Snapdragon 636 des Moto G7 Plus erzielt zwar in Benchmark-Test etwas bessere Ergebnisse als der Snapdragon 632 des Moto G7, bei der Benutzung ist der Unterschied aber nicht spürbar. Das grafisch aufwändige Spiel "PUBG Mobile" startet auf dem G7 sogar wenige Sekunden schneller als auf dem G7 Plus – beim Spielen selber besteht dann kein Unterschied mehr.

Wer hat die bessere Kamera?

Die Dualkamera ist der einzige Punkt an dem man das Moto G7 und das G7 Plus unterscheiden kann. Beim G7 ist die ein Linse etwas kleiner. Die Kameras unterscheiden sich aber nicht nur optisch, sondern auch bei der Optik und Auflösung. Das G7 Plus hat mit 16 Megapixeln die höhere Auflösung und mit f/1.7 die lichtstärkere Blende, aber mit 1,22 Mikrometer minimal kleinere Pixel auf dem Sensor. Zum Vergleich: Beim Moto G7 sind es zwölf Megapixel, f/1.8 und 1,25 Mikrometer. Die Unterschiede bei den Fotos sehen dann so aus:

Bei Betrachtung in Originalgröße wird deutlich, dass das Moto G7 Plus eine höhere Detailgenauigkeit hat. Farblich scheint das Moto G7 dagegen gelegentlich kräftiger zu sein, das G7 Plus kontert allerdings teilweise mit Farben, die natürlicher wirken. Das wird besonders bei den Bilder mit aktivem HDR deutlich. Nachts liefern beide Kameras ordentliche Aufnahmen, bleiben bei Dunkelheit aber trotzdem hinter den Top-Smartphones zurück. Im Vergleich untereinander sind die Aufnahmen des Moto G7 Plus etwas heller und weniger grobkörnig und wirken etwas schärfer. Das Bokeh, also den unscharfen Hintergrund bei Porträt-Aufnahmen, bekommen beide mit Hilfe der zweiten Kamera gut hin. Bei beiden Smartphones könnt ihr mit der "Spotfarbe"-Funktion einen Farbton auswählen, der anzeigt wird. Der Rest des Fotos ist dann schwarz-weiß.

Bei der Frontkamera steht das G7 Plus auf dem Datenblatt mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln und größeren Pixeln ebenfalls besser dar. 1,25 Mikrometer stehen 1,12 Mikrometer bei der Acht-Megapixel-Kamera des Moto G7 entgegen. Was das für die Fotos bedeutet, seht ihr hier:

Hier setzt sich der Eindruck der Hauptkameras fort. Das Moto G7 Plus hat die höhere Detailgenauigkeit und ist farblich etwas heller. Der HDR-Modus hat bei beiden Kameras keine erkennbaren Auswirkungen auf die Aufnahme.

Welcher Akku lädt schneller

Bei der Akkulaufzeit gibt es angesichts der nahezu identischen Technik und Batterien mit jeweils einer Kapazität von 3000 mAh keine nennenswerten Unterschiede. Was allerdings einen Unterschied ausmacht ist die Ladezeit. Und hier pumpt das Moto G7 Plus mit seinem 27-Watt-Ladegerät fast doppelt so viel Leistung wie das Moto G7, dessen Ladegerät über 15 Watt verfügt.

Wenn ihr also zu den Leuten gehört, denen ständig kurz vor Verlassen der Wohnung einfällt, dass das Smartphone noch geladen werden muss, solltet ihr zum G7 Plus greifen. Aber auch das G7 ist im Vergleich zu anderen Smartphones nicht langsam. Es genügt der Blick auf das günstigste Modell der Serie: Das Moto G7 Play lädt seinen Akku nur mit fünf Watt auf.

Eineiige Zwillinge

Von den genannten Unterschieden abgesehen sind das Moto G7 Plus und das Moto G7 eineiige Zwillinge. Beide habe eine Rückseite aus Glas und ein Gehäuse, dass nach Angaben von Motorola vor Spritzwasser geschützt ist. Optisch gehören die Moto G7 in die Kategorie schlichte Eleganz, wobei es ein gelungener Kniff ist, den Fingerabdrucksensor mit dem Motorola-Logo auf der Rückseite zu kombinieren.

Die Smartphones liegen zwar angenehm in der Hand, Fingerabdrücke bleiben auf der Glas-Rückseite allerdings leicht haften. Mit ihren 6,2 Zoll großen Touchscreens sind beide zudem keine kleinen Smartphones. Am oberen Rand befindet sich eine kleine Aussparung für die Frontkamera, eine sogenannte "Waterdrop-Notch". Bei einer Full-HD-Plus-Auflösung von 2270 x 1080 Pixel erkennt man auf den Bildschirmen jedes Detail und auch bei der Helligkeit und der Farbdarstellung gibt es nichts zu meckern.

Ihr könnt die Moto G7 auch über eine Gesichtskennung entsperren. Die funktioniert zuverlässig, ist allerdings nicht so sicher, wie der Fingerabdrucksensor. Deswegen müsst ihr beim mobilen Bezahlen über den NFC-Chip der Smartphones, den Vorgang mit einer PIN oder dem Fingerabdruck bestätigen. Die Gesichtserkennung reicht nicht.

Motorola installiert Android 9 Pie auf den G7-Modellen und lässt Googles Betriebssystem fast unverändert. Einzig die Kamera-App und die "Moto Actions" kommen hinzu. Hinter den Actions verbirgt sich eine App mit vielen praktischen Einstellungen. Dazu gehören beispielsweise das Ein- und Ausschalten der Kamera durch eine zweifache Hack-Bewegung mit dem Smartphone oder das aktiveren der Kamera durch zweimaliges zur Seite drehen.

Ansonsten erwarten euch beim Moto G7 und G7 Plus ein 64 Gigabyte großer interner Speicher. Der sollte erstmal genügen, lässt sich bei Bedarf aber mit einer microSD-Karte erweitern – und trotzdem passen immer noch zwei SIM-Karten in die Smartphones. Neben dem USB-C-Anschluss verfügen die Motorolas jeweils noch über einen 3,5-mm-Anschluss für eure Kabel-Kopfhörer

Fazit

Das Moto G7 Plus soll ab dem 15. Februar für eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 Euro erhältlich sein. Das Moto G7 folgt im März für 249 Euro. Ingesamt handelt es sich um ordentliche Mittelklasse-Smartphones mit schön anzusehenden Displays und mehr als ausreichender Hardware. Die Software ist aktuell und schlank, das gesamte Design der Geräte ansprechend.

Der Aufpreis für das Moto G7 Plus lohnt sich nur, wenn ihr wirklich viele Fotos macht. Da bekommt ihr spürbar etwas mehr Qualität. Die Unterschiede bei der Leistung bemerkt man dagegen im Alltag nicht und auch das schnellere Ladegeräte dürfte nur in wenigen Momenten wirklich von Bedeutung sein.


Weitere Artikel zum Thema
"Digi­tal Well­being": Google bringt App auf weitere Android-Geräte
Francis Lido
"Digital Wellbeing" auf dem Google Pixel 3 XL
"Digital Wellbeing" soll künftig auf immer mehr Android-Smartphones zur Verfügung stehen. Den Anfang macht die Moto-G7-Serie.
Moto G7 (Plus, Power & Play): Das sind die vier neuen Moto­rola-Smart­pho­nes
Jan Johannsen
Die neue Moto-G7-Reihe
Zur neuen Moto-G7-Serie von Motorola gehören vier Smartphones. Neben dem Moto G7 handelt es sich um die Varianten Plus, Power und Play. Alle Details:
Moto G7 Plus: So soll der nächste Preis­kra­cher ausse­hen
Francis Lido
Das Moto G7 Plus soll wie das G6 (Bild) eine Dualkamera bieten
Kurz vor seiner Enthüllung zeigt sich das Moto G7 Plus offenbar auf Fotos. Das Gerät besitzt anscheinend eine Notch im Wassertropfen-Design.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.