Microsoft Surface Laptop 2 im Test: Das "MacBook" mit Windows

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13,5 Zoll ist das Display des Surface Laptop 2 groß.
13,5 Zoll ist das Display des Surface Laptop 2 groß.(© 2019 CURVED)

Neben Tablets mit abnehmbaren Tastaturen gehört auch ein klassischer Laptop zum Hardware-Angebot von Microsoft. Der Surface Laptop 2 ist die zweite Generation des Notebooks und weiterhin edel verarbeitet, technisch gut ausgestattet und hat seinen Preis. Der Vergleich mit dem MacBook ist da nicht von der Hand zu weisen, spielt in unserem Test aber maximal eine Nebenrolle.

Das Gehäuse des Surface Laptop 2 besteht aus Aluminium. Das sorgt nicht nur für ein stabiles Notebook, sondern sorgt auch für einen edlen Look. Zumindest, wenn man das wuchtige, Design ohne viele Schnörkel mag. Die Kanten sind trotzdem alle sanft abgerundet, so dass der Laptop sich angenehm greifen und tragen lässt.

Tippen auf Alcantara

Dank guter Scharniere kann man den Laptop problemlos mit einer Hand  aufklappen, da man die untere Hälfte nicht festhalten muss. Im geöffneten Zustand fällt der Blick nicht nur auf den Bildschirm, sondern auch auf die Tastatur, deren Tasten sowie das Touchpad von Alcantara umgeben ist. Der Stoff ähnelt Velourleder und setzt den Surface Laptop 2 optisch an dieser Stelle von allen Geräten mit Metall oder Kunststoff  ab. Auf diesen rutschen die Handballen allerdings besser umher. Alcantara bremst dagegen etwas – zudem rechne ich damit, dass nach längerer Nutzung hier früher Abnutzungen zu sehen sind als bei anderen Materialien.

Davon abgesehen, kann man wunderbar auf der Tastatur tippen. Die einzelnen Tasten sind angenehm groß und haben vernünftige Abstände sowie einen angenehmen Hub und Anschlag. Das Touchpad reagiert verlässlich auf Berührungen, sowohl auf sanftes Antippen als auch auf starken Druck, und gibt dann satte Klick-Geräusche von sich. Da könnt ihr ganz danach gehen, was ihr lieber mögt.

Tippen auf Pixelsense

Das PixelSense-Display des Surface Laptop 2 hat eine Diagonale von 13,5 Zoll und einen schmalen Rahmen. Das Seitenverhältnis von 3:2 ist für YouTube-Videos oder Serien-Streaming nicht ideal, aber zum Arbeiten deutlich angenehmer als ein 16:9-Bildschirm. Die Auflösung mit 2256 x 1504 Pixeln sorgt für ein detailreiches Bild. Die Farben wirken kräftig und intensiv, bleiben dabei aber natürlich. Die Helligkeit lässt sich angenehm hoch stellen, aber zum Arbeiten im Sonnenlicht reicht es trotzdem nicht. Gorilla Glass 3 soll dafür sorgen, dass das Display nicht zerkratzt.

Ihr könnt den Bildschirm des Surface Laptop 2 zwar nicht um 360 Grad drehen, sondern ihn nur etwa 50 bis 55 Grad aufklappen, aber einen Touchscreen verbaut Microsoft trotzdem. Da der Weg von der Tastatur zum Display nicht weit ist, umgehe ich gerne das Touchpad und bewege nicht mit ihm den Mauszeiger, sondern führe die Klicks mit den Fingern auf dem Touchscreen aus.

Genug Power zum Arbeiten

Bei der technischen Ausstattung des Surface Laptop 2 habt ihr eine kleine Auswahl zwischen acht oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie einem Core-i5 oder Core-i7-Chipsatz von Intel aus der achten Generation. In unserem Testgerät steckt der Intel Core i5-8250U mit vier Rechenkernen, die mit je 1,8 Gigahertz getaktet sind. Für die Grafik ist jeweils der integrierte Grafikchip UHD-Grafik 620 zuständig.

Mit dieser Kombination startet Windows nicht nur fix, sondern läuft auch flüssig. Zudem lassen sich mit dieser Ausstattung alle erdenklichen Internetanwendungen nutzen und mit Büroprogrammen arbeiten. Video-Chats und Video-Streaming sind kein Problem. Einfache Bildbearbeitungen sind ebenfalls möglich, aber an große RAW-Bibliotheken solltet ihr euch nur mit viel, viel Geduld heranwagen. Für Videoschnitt und Spiele, die grafisch über dem Label "Casual Games" stehen, ist der Surface Laptop 2 ebenfalls nicht geeignet. für den Zahlenvergleich haben wir Cinebench laufen lassen: Der OpenGL-Test erzielt 43,13 fps und der CPU-Test 582 cb.

Als Speichermedium verbaut Microsoft einen SSD-Datenträger im Surface Laptop 2. Bei den Kapazitäten könnt ihr zwischen 128, 256 und 512 Gigabyte sowie einem Terabyte wählen. Für den Akku gibt Microsoft eine Laufzeit von bis zu 14,5 Stunden bei Videowiedergabe an. So lange habe ich nicht am Stück Filme geschaut, konnte mit dem Notebook aber nach dem Arbeitstag abends noch problemlos ein, zwei Serienfolgen schauen.

Als Betriebssystem läuft auf dem Surface Laptop 2 selbstverständlich Windows 10 Home. Damit könnt ihr u.a. die HD-Kamera oberhalb des Displays nicht nur als Webcam nutzen, sondern auch zum Entsperren des Notebooks. Die Gesichtserkennung ist Teil von Windows Hello, das noch weitere Alternativen zum klassischen Passwort bereit hält.

Verbindungen: Vielfalt sieht anders aus

Der Surface Laptop 2 ist zwar mit dem Surface Pen und dem Surface Dial kompatibel, aber insgesamt bietet sich das Notebook mit seinen wenigen Anschlüssen nicht für viel Zubehör an. Neben dem Surface Connect-Anschluss zum Aufladen des Akkus, stehen euch noch ein 3,5-mm-, ein USB-3.0- sowie ein Mini-DisplayPort-Anschluss zur Verfügung. Neben den Kopfhörern und einem Display bleibt da ohne Adapter nur Platz für ein weiteres externes Zubehör.

Aber natürlich könnt ihr beim Surface Laptop 2 Zubehör nicht nur per Kabel, sondern auch kabellos verbinden. Mit Bluetooth 4.1 ist das Notebook allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit des Funk-Standards. Bluetooth 5.0 würde nicht nur weiter reichen, sondern auch Daten schneller übertragen. Besser sieht es bei WLAN aus. Dort reicht die Unterstützung bis zum ac-Standard, bzw. WiFi 5, und ist damit absolut zeitgemäß.

Fazit

Die günstigste Ausstattungsvariante des Surface Laptop 2 kostet aktuell 1039 Euro bei Microsoft. Unser Testgerät mit Core i5, acht Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher auf einer SSD schlägt mit 1349 Euro zu buche. Theoretisch könnt ihr das Notebook in vier verschiedenen Farben bekommen, allerdings gibt es nicht jede Ausstattungsvariante in jeder Farbe.

Der Surface Laptop 2 ist hochwertig verarbeitet und macht optisch einiges her. Auf seiner Tastatur kann man schön tippen und auf dem Bildschirm alles erkennen. Außer für die ganz intensiven Rechenanwendungen ist die Hardware völlig ausreichend. Als Manko bleiben der hohe Preis und die wenigen Anschlüsse – wo wir zum Abschluss doch noch eine Gemeinsamkeit mit dem aktuellen MacBook hätten. Alcantara neben der Tastatur ist dagegen Geschmacksache.


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