Smartsteuer im Test: Zügig und verständlich durch die Steuererklärung

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Die Smartsteuer-App ist nicht für Smartphones optimiert. Im Web-Browser läuft das Tool besser.
Die Smartsteuer-App ist nicht für Smartphones optimiert. Im Web-Browser läuft das Tool besser.(© 2019 CURVED)

Apps wie Steuerbot oder Taxfix führen mit Spaß durch einfache Steuererklärungen. In komplizierteren Fällen helfen sie einem allerdings nicht weiter. Eine Alternative ist Smartsteuer. Ob das Tool ebenso hilfreich ist, zeigt sich in unserem Test.

Eigentlich habe ich immer gedacht, meine Steuererklärung wäre kein besonders anspruchsvoller Fall für den Steuerberater und das Finanzamt. Schließlich jongliere ich nicht mit hohen Geldbeträgen und habe mein Geld auch nicht in ungewöhnliche Finanzprodukte investiert. Als ich aber kürzlich meine Steuererklärung selbst bearbeiten wollte, wurde ich eines Besseren belehrt.

Selbstständigkeit wird für Steuer-Apps zum Problem

Ich hatte entschieden, meine Steuererklärung für das Jahr 2018 selbst mithilfe einer App in Angriff zu nehmen. Da ich kein Steuerfachmann bin, entschloss ich mich, auf die Empfehlung eines Kollegen zu hören, der mit den Tests der beiden Apps Steuerbot und Taxfix gute Erfahrungen gemacht hat. Die beiden Programme sind auch ganz ansehnlich und machen tatsächlich einen tollen Eindruck. Doch das System stieß schnell an seine Grenzen.

Im vergangenen Jahr habe ich nämlich ein Studium abgeschlossen und habe eine Zeit lang als freiberuflicher Redakteur gearbeitet, ehe ich eine Festanstellung als Arbeitnehmer angetreten bin. Damit scheint meine Steuererklärung eine etwas größere Herausforderung zu sein. Vor allem die Selbstständigkeit bereitet beiden Apps, wie schon vor einem Jahr im Test bemerkt, weiterhin Probleme. Stattdessen verweist der Steuerbot auf Smartsteuer. Das Tool soll auch mit weniger einfachen Steuerfällen zurechtkommen und den Nutzer oder die Nutzerin dennoch verständlich durch den Fragebogen führen. Damit wird es Zeit für einen Test.

Wenig smart: Browser statt App

Zu Anfang sei gesagt: Smartsteuer gibt es als kostenlose App sowohl für Android als auch für iOS. Davon, die Steuererklärung auf dem Smartphone zu bearbeiten, rate ich aber ab. Denn für kleinere Displays ist die App nicht ausgelegt: Das Interface passt nicht vollständig auf den Screen und man muss ständig in alle Richtungen wischen, um zu sehen, was sonst verborgen ist. Auf einem Tablet mag das wieder anders aussehen, doch auch da bietet die App keinen Mehrwert gegenüber der Version im Web-Browser. Zudem ist die aktuelle Version der App für das Jahr 2018 zum Zeitpunkt des Tests Ende März noch nicht verfügbar.

Die Steuererklärung ist vermutlich den meisten Menschen ein Graus.(© 2019 Smartsteuer)

Mit einem Klick auf "Jetzt loslegen" gelangt man von der Startseite von Smartsteuer direkt zur Steuererklärung. Ein Benutzerkonto ist nicht unbedingt notwendig, ist aber empfehlenswert. Nur dann könnt ihr eure Steuererklärung zwischendurch speichern und müsst nicht alles an einem Stück bearbeiten. Zuerst sollt ihr aber die vielleicht wichtigste Frage beantworten: "Freuen Sie sich schon auf Ihre Steuererklärung?" Ist diese Einstiegsfrage nun charmant oder unnötig? Schließlich wäre man nicht hier, wenn die Steuererklärung zu den Lieblingsbeschäftigungen gehören würde.

Anschließend gibt es einige Fragen zur Person, dazu einige Videos, die erklären, worauf man in dem soeben angegebenen Fall besonders achten sollte. Smartsteuer führt daraufhin behutsam durch die Steuererklärung. Was nicht sein muss, wird auf Grundlage der eingangs beantworteten Fragen weggelassen. Ganz so einfach und mit einer gewissen Portion Spaß wie bei Taxfix und dem Steuerbot ist das Konzept zwar nicht. Es wird aber auch deutlich, dass die beiden Apps einige zuweilen wichtige Fragen im Vergleich zu Smartsteuer weglassen.

Klare Anweisungen und hilfreiche Tipps

Welche Angaben in welches Feld gehören, ist dabei trotz der vielen Daten beinahe zu jedem Zeitpunkt klar. Neben dem Eingabefeld bekommt man zudem hilfreiche Tipps eingeblendet. Beispielsweise wird da erklärt, wo man die gerade benötigte Information findet. Oder auch, ob man die Informationen, die an einer bestimmten Stelle abgefragt werden, lieber an einer späteren Stelle mit größerem steuerlichen Vorteil unterbringen kann. Und wenn es von Vorteil ist, einen Pauschalbetrag anzusetzen, weil die Ausgaben in einem Punkt nicht ganz so hoch waren, wählt das Programm diesen automatisch aus oder fragt den Nutzer, ob er das möchte.

Stutzen musste ich nur, als ich im Laufe der Steuererklärung zum zweiten Mal nach meinen Ausbildungskosten gefragt wurde, die ich vorher schon unter den Studienkosten vermerkt habe. Auf einen erneuten Eintrag habe ich verzichtet, weil ich davon ausgehe, dass der Posten damit bereits abgefrühstückt ist.

Am meisten Freude macht die Anzeige über dem Hauptinterface: Die zeigt einem an, wie viel Geld man vom Finanzamt potenziell wiederbekommt. Mit jeder neuen Ausgabe, die man einträgt, wächst der virtuelle Geldbatzen. Dadurch seht ihr auch, ob es sich lohnt, die Steuererklärung überhaupt abzugeben. Erst bei Abgabe werden 24,99 Euro für den Service fällig.

Fazit: Smartsteuer erledigt den Job

Ich hätte mich darüber gefreut, wenn ich den Steuerbot oder Taxfix für die Bearbeitung meiner Steuererklärung hätte nutzen können. Diese Apps machen tatsächlich Spaß – sofern der eigene Steuerfall damit bearbeitet werden kann. Das ist aber, sobald es Einnahmen jenseits von Angestelltenverhältnissen gibt, nicht der Fall. Also musste ich auf Smartsteuer ausweichen. Letzteres Tool unterscheidet sich nicht wesentlich von dem bekannten Klassiker, der WISO Steuer Software.

Bei beiden bekommt man wertvolle Hinweise und wird gut durch die Steuererklärung geführt. Letztendlich geht es bei dieser Sache auch nicht um den Spaß. Man möchte sich nur nicht allzu viel Stress bereiten und dabei möglichst keine relevanten Angaben übersehen, um das meiste rauszuholen. Smartsteuer schafft es, selbst Laien an die Hand zu nehmen und ihnen selbst in schwierigeren Fällen zu helfen, innerhalb eines halben Tages den lästigen Papierkram hinter sich zu lassen. Mehr muss man von einem schnöden Steuer-Tool nicht verlangen.


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