Auffallend anders: Das sind die coolsten und schrägsten Handyhüllen

Popsockets sind 2018 der Trend fürs Smartphone. Aber es geht auch ausgefallener.
Popsockets sind 2018 der Trend fürs Smartphone. Aber es geht auch ausgefallener.(© 2018 Getty Images/Carol Yepes)

Einfach kann ja jeder. Smartphone-Cases, bzw. handelsüblich Handyhüllen genannt, erfüllen mitunter den einfachen Zweck, das lieb gewonnene und oft teure Smartphone vor allzu brachialer Außeneinwirkung zu schützen. Aber: Darüber hinaus können einige Hüllen noch weitaus mehr.

Für Handybesitzer ist die Schwerkraft der Endgegner und eine stabile Hülle die einzige Chance, sich seiner zu erwehren. Denn bei nassen Händen und ungewolltem Loslassen rauschen schnell mal mehrere hundert Euro ungebremst Richtung Fußboden.

Coole Handyhüllen abseits des Gewöhnlichen

Wir wollen uns an der Stelle dennoch nicht über die zum Trend gewordenen Popsockets (Haben wir es hier eventuell mit dem Fidget Spinner 2018 zu tun?) oder Hüllen unterhalten, die Wireless Charging bei Smartphones erlauben, die es von sich aus nicht beherrschen. Auch die Handyketten von Xou Xou und trueANDblue interessieren uns hier nicht.

Stattdessen haben wir uns auf die Suche nach Smartphone-Cases begeben, die mehr können, als den finanziellen Schaden bei Stürzen abzumildern. Einige davon erfüllen tatsächlich einen praktischen Nutzen, manche wirken eher wie eine lustige Idee, andere wiederum sind schlicht bescheuert. Eins haben sie alle gemeinsam: Damit fallt ihr wirklich auf.

Zocken auf dem Smartphone: Gamers Console von Wanle

Auf dem Smartphone zu spielen ist keine Besonderheit. Kein Wunder, dass findige Hüllenhersteller davon profitieren wollen. Wir hatten uns in dem Zusammenhang bereits den SmartBoy von Hyperkin angeschaut, der aus dem Smartphone einen Gameboy macht. Eine ähnliche Idee hatte offenbar auch Wanle.

Deren iPhone-Hülle macht aus der Rückseite des Smartphones einen vollwertigen Gameboy-Ersatz, allerdings ohne offizielle Nintendo-Lizenz. In zwei Varianten bietet Wanle die interaktive Handyhülle an: mit Farbdisplay und 36 vorinstallierten Spielen oder, ganz klassisch, mit monochromen Display und zehn vorinstallierten Spielen. Die "Gamers Console" gibt es aktuell nur für iPhones, ab dem iPhone 6 bis zum iPhone X.

iPhone + eReader = ePhone?

Ebenfalls einen zweiten Bildschirm verpasst Oaxis dem iPhone. Allerdings geht es hier nicht ums Spielen, sondern um Sparen und Effizienz. Mit dem InkCase bekommt das Apple-Smartphone einen E-Ink-Bildschirm auf der Rückseite, wie ihr sie eventuell von eReadern kennt. Das InkCase ist wasserdicht und soll sogar Stürze überstehen. Dank eigenem Akku soll das Display bis zu fünf Tage durchhalten.

Was ihr euch darauf anzeigen lasst, definiert ihr über die iPhone-App: Das reicht von einfachen Live-Infos zum Wetter und Push-Benachrichtigungen bei eingehenden Nachrichten und Fitness-Tracking bis hin zur Spiegelfunktion, falls ihr Selfies lieber mit der Hauptkamera schießen wollt. Außerdem an Bord: ein eBook-Reader. Naheliegend, oder? Synchronisiert werden die Inhalte via Bluetooth. Oaxis bietet das InkCase nur für ältere iPhone-Generationen an, angefangen beim 6er bis zum iPhone 8, wahlweise auch in der jeweiligen Plus-Variante.

Oaxis ist übrigens nicht der einzige Hersteller, der das iPhone um ein E-Ink-Display erweitert. Allerdings hatte uns die E-Ink-Hülle von Popslate seinerzeit enttäuscht.

Esti bringt Android aufs iPhone

Euch sind Gameboy- und E-Ink-Hülle nicht gut genug? Okay, dann ist vielleicht das Eye Smartcase von Esti die Hülle eurer Wahl. Wer sich partout nicht zwischen iOS und Android entscheiden kann, findet bei Esti beides. Die Smartphone-Hülle fürs iPhone macht ein zweites Handy überflüssig. Stattdessen klemmt ihr euch ein Android-Gerät als Hülle quasi einfach auf das iPhone. Esti gibt es derzeit ab dem iPhone 6 bis zum X, auf der Indiegogo-Seite ist allerdings auch die Rede vom iPhone Xs und dem iPhone Xs Max.

Die Smartphone-Hülle verfügt über ein AMOLED-Display, das je nach iPhone-Typ ab fünf Zoll misst und in Full-HD+ auflöst. Laut Herstellerangaben ist auf Esti Android 7.1 vorinstalliert, der 16 GB große Speicher soll sich zudem via Micro-SD erweitern lassen. Optional gibt es die Hülle auch mit zwei SIM-Karten-Slots – für alle, die gerne drei Telefonnummer benutzen.

Weitere Besonderheiten von Esti: 2800-mAh-Akku mit Wireless Charging, Infrarot-Sensor und Klinkenanschluss – für iPhone-Nutzer, die beides vermissen. Oh, und hatte ich schon gesagt, dass das Case beim iPhone X mit coolem Slide-Effekt daherkommt? Aber Obacht bei der Nutzung: Wenn ihr das iPhone mitsamt Esti fallen lasst, sind gleich zwei Geräte hinüber.

Übrigens, was es offenbar nicht gibt: eine Hülle für Android-Geräte, auf der iOS läuft.

Mokase macht das Smartphone zur Espressomaschine

Ihr kennt das: Ihr steht an der Haltestelle, doch Bus oder Bahn lassen auf sich warten. Klar, das Smartphone lenkt ab. Aber ein Kaffee dazu wäre jetzt schon nicht schlecht. Mokase aus Italien hat für alle Espressotrinker die perfekte Lösung: eine Handyhülle, die Kaffee kocht. Klingt wie ein Aprilscherz, ist aber offenbar ein echtes Produkt.

Allerdings lässt sich das Mokase derzeit nicht kaufen, da das Unternehmen den Namen gewechselt hat und das Kaffee-Case neu platzieren möchte. Schade, dann müssen wir wohl doch länger warten. Hoffentlich kommt wenigstens der Bus bald.

Aus der Luft geschossen: Selfly – die Drohne fürs Handy

Selfie-Sticks, 360-Grad-Kameras, Aufstecklinsen – um mit dem Smartphone schöne und ausgefallene Fotos zu schießen, gibt es allerhand Zubehör. Als immer noch originell darf sich vermutlich Selfly betrachten. Das Unternehmen hatte die Idee, Smartphone und Drohne miteinander zu verheiraten. Offenbar konnte die Idee genügend Leute begeistern, um sich bei Kickstarter erfolgreich zu finanzieren.

Keine Angst: Bei Selfly geht es nicht darum, das Smartphone in die Luft zu befördern. Stattdessen handelt es sich dabei um eine Mini-Drohne, die zusammengefaltet auf die Rückseite des Smartphones passt. Dafür kommt sie mit dem zum Telefon passenden Case. Laut Website passt die Selfly derzeit auf das iPhone, ab der 6. Generation bis einschließlich dem iPhone X, und dem Samsung Galaxy, ab dem Galaxy S6 bis zum Galaxy S8. Da sich Selfly derzeit in der Produktion befindet, sind weitere Hüllen für andere Geräte nicht auszuschließen. Die zusammenfaltbare Mini-Drohne lässt sich über das Smartphone steuern, soll über verschiedene Aufnahmemodi verfügen, Fotos mit 13 Megapixel knipsen und Videos in Full-HD aufzeichnen.

Peter Parkers Lieblingshülle: ADcase

ADcase ist der Kammerjäger unter den Smartphone-Hüllen und will Schluss machen mit Spider-Apps. Die in Deutschland entwickelte Hülle soll mittels Sensoren erkennen, wenn das Handy zu Boden fällt und noch vor dem Aufprall Federn ausfahren, die das Gerät vor Schäden schützen sollen. Im Prinzip funktioniert ADcase wie ein Airbag, nur eben für Smartphones. "AD" steht dabei für "active damping", also aktive Dämpfung.

Wir hatten das Case bereits im Sommer vorgestellt, mittlerweile läuft auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne. 550.000 Euro möchte das ADcase-Team erreichen, um die Hülle bei erfolgreicher Finanzierung ab Sommer 2019 auszuliefern. Aktuell lässt sich ADcase nur für iPhone 6, 7 und 8 auswählen. Gut möglich, dass neue Modelle bei Erreichen des Ziels dazu kommen.

Im Grunde ließe sich die Aufzählung kurioser Handyhüllen noch beliebig fortsetzen: von Hüllen mit integriertem Flaschenöffner oder Feuerzeug bis hin zu modularen Systemen oder Mehrzweckhüllen, die mit Mini-Werkzeug daherkommen wie Taschenmesser. Was für Hüllen benutzt ihr für euer Smartphone und worauf legt ihr dabei besonders Wert?


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